Welche Räder passen auf meinen Clio

  • [F.A.Q.]

    Welche Räder passen auf meinen Clio

    Also erst ein mal Grundsätzliches:

    Bei neuen Rädern muss stets beachtet werden, dass

    1. nichts schleift
    2. die Traglast stimmt
    3. sich der Abrollumfang nicht erheblich ändert


    Ansonsten ist nahezu alles möglich, was eine 60,1mm Mittelzentrierung hat (Orginal oder über Zentrierring) und 4x100 Lochkreis (Der Clio C RS hat einen Lochkreis von 5x108 ).

    1 ) Dass nichts schleift

    Das wichtigste natürlich zuerst. Welche Felge passt ohne etwas zu verändern auf deinen Clio. Weniger Breite, geringere ET oder Felgendurchmesser geht natürlich immer. Wird die ET zu gering kann man mit Distanzen arbeiten. Kleiner als seriendurchmesser natürlich auch nicht. Da streift oft die Bremse. Ansonsten wegen den maximalen werten eine leichte Aussage, wenn da Renault nicht ein Wörtchen mitzureden hätte. Bedingt durch Toleranzen kann man leider nur sehr geringe Breiten ganz sicher bestätigen.


    Clio A


    Normale Kotflügel:
    • 6,5x14 ET 35 mit 195/45 R 14 oder 185/50 R 14
    • 6,5x15 ET 35 mit 195/45 R 15


    Breite Kotflügel 16V oder Williams
    • 7,5x16 Et 35 mit 195/45 R 16

    (weitere feste Aussagen bitte per QM an mich übermitteln)

    Clio B

    Normale Kotflügel:
    • 7x15 Et 35 mit 195/45 R 15 oder 195/50 R 15
    • 7x16 Et 35 mit 195/40 R 16 195/45 R 16, oder 205/40 R16
    • 7x17 ET 35 mit 195/40 R 17 oder 205/40 R 17


    RS PH I und II Kotflügel und hinten ab werk gebördelt:
    • 7x15 Et 35 mit 195/45 R 15 oder 195/50 R 15
    • 7x16 Et 35 mit 195/40 R 16 195/45 R 16, oder 205/40 R16
    • 7x17 ET 35 mit 195/40 R 17 oder 205/40 R 17


    RS PH III Kotflügel und hinten ab werk gebördelt:
    • 7x16 Et 35 mit 195/45 R 16, oder 205/45 R16
    • 7x17 ET 35 mit oder 205/40 R 17



    Clio C

    Normale Kotflügel
    • 7,5x17 ET 35 mit 205/40 R 17, 205/45 R 17 oder 215/40 R17
    • 7,5x18 ET 35 mit 215/35 R 18


    Breitere Kotflügel mit 16 Zoll Felgen ab Werk
    • 8x17 Et 35 205/40 R 17, 205/45 R 17 oder 215/40 R17
    • 8x18 ET 35 215/35 R 18


    RS (mit Lochkreis 5x108 )
    • 7,5x17 ET68 mit 215/45 R17 (original felgen & bereifung)
    • 7,5x17 ET 43 mit 215/45 R17 (original felgen mit 25mm spurplatten)
    • 7,5x18 ET45 mit 225/35 R18
    • 8Jx18 ET66 mit 215/40 R18 (sport auto edition)


    Das wären jetzt die Felgen die du ganz sicher aufziehen kannst, ohne dass du etwas an deinem Clio machen musst. Es sind Erfahrungswerte und spiegeln die Aussagen der Nutzer dieses Forums wieder. Jedoch kommt es aufgrund der Toleranzen dazu, dass es auch einige Fälle gibt, bei denen es passen kann aber nicht muss. 7,5x16 Et 35 wäre so ein Grenzfall beim Clio B, bei manchen passt es ohne etwas zu bördeln, bei anderen nicht. Es bleibt dann dir überlassen ob du sicher gehen möchtest oder eben das Risiko eingehst.

    Die hier angegebenen Breiten sind übrigens unabhängig von der Tieferlegung. Die maximale Achsverschränkung verändert sich bei tiefer gelegten Fahrzeugen nur unwesentlich. Die hintere Spurbreite verändert sich beim einfedern ebenso nicht. Nur vorn verändert sich die Spur aufgrund der Achskonstruktion. Diese Veränderung ist aber auch zu vernachlässigen da die Spurweite nach dem wagerecht stehenden Querlenker wieder geringer wird wie es beim Einfedern der Fall ist. Es ist also egal ob euer Fahrzeug tiefer gelegt ist oder nicht. Es werden bei der Abnahme meist in der Diagonale die Räder belastet, sodass die Feder auf Block liegt. Wenn es nach dem Tieferlegen schleift wurde ohne Tieferlegen nicht richtig verschränkt.

    Alle weiteren Felgenbreiten gingen dann unter Umständen nur mit Bearbeitungen am Blechkleid. Ob bördeln oder ziehen hängt von der Felge ab.

    2) die Traglast des Rades stimmt

    Für die folgenden Ausführungen habt ihr in der Regel ein Teilegutachten oder eine ABE bei der Felge mit bei liegen. Sollte dies nicht der Fall sein oder ist euer Fahrzeug oder der gewünschte Reifen nicht darin aufgeführt, so wird das Folgende für euch wichtig. Ansonsten braucht ihr nur die Auflagen des Teilegutachtens oder der ABE Folge zu leisten und hier nicht unbedingt weiterlesen.

    Bei der Traglast unterscheidet man zwischen der Traglast des Reifens, Festigkeit der Alufelge in Verbindung mit der Achse. Ebenfalls ist die mechanische Montierbarkeit und der daraus resultierende Luftdruck entscheidend.

    • Die Traglast des Reifens gibt der aufgeprägte Lastindex an, er sollte mit 2 Multipliziert höher sein als die Achslast deines Clios. Der Geschwindigkeitsindex bei Sommerreifen sollte größer oder gleich der im Fahrzeugschein (Teil I der Fahrzeugpapiere) angegebenen Höchstgeschwindigkeit eures Clios sein. Man kann diese Werte jedoch noch interpolieren. Darauf möchte ich aber nicht genauer eingehen. Bei Winterreifen darf der Geschwindigkeitsindex auch geringer als die Höchstgeschwindigkeit eures Fahrzeuges sein. Hier ist dann ein Aufkleber im Sichtfeld des Fahrers anzubringen der auf die neue Höchstgeschwindigkeit hinweist.
      Passen diese Werte, ist der Reifen von der Tragfähigkeit her für euren Clio geignet.

    • Die Festigkeit der Felge muss mindestens der Hälfte eurer im Schein angegebenen Achslast entsprechen. Ebenfalls darf die Gesamtspurbreite eures Fahrzeuges sich nicht um mehr als 2 % verbreitern. Darüber hinaus wird ein Achsfestigkeitsgutachten von Renault notwendig. (Vergesst es lieber gleich Renault anzuschreiben) ET 22 ist hier eigentlich die Grenze wobei Felgen und Distanzen mit Et 20 auch noch eingetragen werden. Habt ihr eine ABE oder ein Teilegutachten für Felgen mit ET 15 oder H&R Distanzen bis ET 11 so dient dies dem Prüfer als Nachweis, dass die Felge oder die entsprechenden Distanzen die Spurverbreiterung über 2% der original Spurbreite mitmachen. Als Vergleichsgutachten für andere Distanzen oder Felgen lassen das die Prüfer jedoch meistens nicht mehr zu. Da heißt es in den sauren Apfel beißen und die teuren H&R Distanzen kaufen.

      Solltet ihr eine ABE für die Felge haben aber euer Fahrzeug nicht mit drin stehen gilt dieses Gutachten leider nur noch als Festigkeitsnachweis.

    • als Letztes benötigt ihr noch eine Freigabe vom Reifenhersteller ob der gewünschte Reifen auch auf eurer Felge montierbar ist. Hier heißt es Reifenhersteller anschreiben. Ihr bekommt in der Regel Auflagen zugesandt, unter denen Ihr die Reifen montieren dürft.



    3) sich der Abrollumfang nicht erheblich ändert

    Die Königsklasse, der Abrollumfang. Wer es bis hier her verstanden hat, hat seine Traumfelge schon fast eingetragen. Wie auch bei der Festigkeit gilt, wenn ein Gutachten vorliegt, der gewünschte Reifen und dein Fahrzeug aufgeführt ist, ists zwar langweilig aber eintragbar ohne weiteres Zutun, du brauchst dann auch hier nicht weiterlesen. Für die anderen wird’s jetzt ein bisschen kompliziert.


    Im Internet kursieren immer wieder wilde Prozent-Angaben um wie viel der Reifenabrollumfang abweichen darf, fragt man dann genauer nach kommt nur Schulterzucken. Wer es leid ist tausend unterschiedliche Aussagen zum maximalen oder minimalen Abrollumfang zu hören, dem wird hier geholfen.

    In Deutschland gilt die StVZO,

    für den Abrollumfang hat sie speziell nichts vorgesehen. Einzig der Wegstreckenzähler und Tacho ist wichtig.

    Für den Wegstreckenzähler gilt:

    §57 StVZO (3) Das Geschwindigkeitsmeßgerät darf mit einem Wegstreckenzähler verbunden sein, der die zurückgelegte Strecke in Kilometern anzeigt. Die vom Wegstreckenzähler angezeigte Wegstrecke darf von der tatsächlich zurückgelegten Wegstrecke ± 4 vom Hundert abweichen.


    Die Abweichung des Tachos ist in einem Anhang zu §57 StVZOdie Rili 75/443/EWG gültig. Darin heist es:

    4.3.5 Das Fahrzeug wird bei folgenden drei Geschwindigkeiten geprüft: 40km/h, 80km/h sowie 120km/h oder 80% der vom Hersteller angegebenen Höchstgeschwindigkeit, wenn diese weniger als 150km/h beträgt. Die Fehlergrenze des zur Messung der tatsächlichen Geschwindigkeit verwendeten Kontrollgeräts darf nicht größer sein als +- 1,0%.

    [...]

    4.4 Die angezeigte Geschwindigkeit darf nie unter der tatsächlichen Geschwindigkeit liegen. Bei den unter 4.3.5 angegebenen Geschwindigkeiten sowie bei Zwischenwerten muss zwischen der vom Geschwindigkeitsmesser angezeigten Geschwindigkeit v1 und der tatsächlichen Geschwindigkeit v2 folgende Beziehung bestehen:

    0<=v1-v2<=v2/10+4km/h."


    Eine generelle aussage ist also Quatsch. Der Tacho muss innerhalb dieser Toleranzen liegen. Bei einer gültigen ABE oder einem gültigen Teilegutachten kein Problem. Wenn man dies nicht hat wird der Prüfer einen Nachweis verlangen, ob der Tacho noch richtig geht wenn der Abrollumfang zu stark vom Serienumfang abweicht, denn woher soll er wissen wie viel Abweichung der Serienreifen hat. Es ist also vollkommen unabhängig vom Serienreifen. Ab wann ein Prüfer das ganze veranlasst ist ihm überlassen. Es ist schlicht weg seine Sache wie er die Felgen einträgt. Einen Nachweis in welchem Toleranzband man sich befindet, bekommt man beim ADAC oder Bosch Tachoprüfstand in eurer Nähe.

    Wer es ausführlich möchte: F.A.Q. Abrollumfang

    Wird der Abrollumfang jedoch höher als 8% und der Prüfer hält sich an seine rechtsverbindlichen Arbeitsanweisungen muss er einen Abgasverhaltenstest anfordern. Unbezahlbar also sorgt für einen annähernd gleichen Abrollumfang zum Serienreifen.




    So vorerst bin ich damit so weit fertig. Ich würde mich freuen das ein oder andere Feedback per QM zu erhalten da ich die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen habe. Eure Wünsche und Anregungen werden wir dann im Moderatorenteam besprechen.

    Gruß Euer William :)

    Quellen: StVZO Stand 01.03.2007, Rili 75/443/EWG, Aktuelle arbeitsanweisung des TÜV bei Änderungsabnahmen