Zahnriemenwechsel - 1.5 dCi ... der zu mehr wurde

    • [Clio B]
      Wie gesagt, es ist einiges passiert und ich hinke in der Dokumentation etwas hinterher. Drum gehts direkt weiter :)


      Anfang letzter Woche wurde die Zeit genutzt, um nach passendem Equipment für den
      Motorausbau zu recherchieren. Die Wahl fiel auf:

      1. Einen Motorkran inklusive Balancierstück am Haken: So kann man bei ungleicher Gewichtsverteilung den Motor auch am Kran mittels
      Gewindestange noch hin- und herschieben, bis er "gerade hängt"

      2. Einen Motorständer: Arbeiten an älteren Motoren bedeutet meist die Konfrontation mit vergammelten und festsitzenden Teilen bzw.
      Schrauben. Da soll wenigstens die Arbeitsposition mittels rollbarem Motorständer und 360 Grad drehbarem Motor möglichst kommod
      sein.
      ;)

      Beides
      wird im Verlauf des Threads noch bebildert zu finden sein.
      :)


      Von der Abholung der Pakete und deren Größe habe ich leider keine Bilder geschossen. An der Zahl waren es aber 4 Stück und insgesamt knappe 100 kg.


      20180504_173334.jpg 20180504_181247.jpg

      Es ging an den Aufbau. Viele Schrauben, eine mittelmäßige Anleitung. Aber glücklicherweise konnte man per Ausschlussverfahren auch an den falsch beschrifteten Stellen feststellen, welche Schraube dort hingehört. Ähnlich wie bei Ikea ist keine einzige Schraube zu viel dabei, nicht mal bei den Unterlegscheiben. :D
      Im zweiten Bild lässt sich rechts neben dem Transportroller am Boden das angesprochene Balancierelement schon erkennen.


      Ich hatte extra zwei weitere Ketten samt Haken mitbestellt, um diese nicht extra kaufen zu müssen. Natürlich - wie so oft - hilft die beste Planung nichts, weil es dann doch anders kommt. Die Haken waren viel zu überdimensioniert, um die die kreisrunden Öffnungen am Motor zu passen. Zusätzlich war die Kette mit Haken auch noch zu lang, um sie direkt im Kran einhängen zu können und bei Anheben nicht mit der Höhe der Garage in Schwierigkeiten zu kommen. In den Zwischengliedern einhängen ging wiederum auch nicht, weil dafür die Öffnung am Kranende für den Haken/die Kettenglieder zu klein war. Der Bolzen zum Verriegeln wäre so nicht mehr durchsteckbar gewesen. Also wurde Kurzerhand die Kette mittels Eisensäge einfach gekürzt und als Haken am Motor.... dienten Kletterhaken. Für 15 kN Belastung sind die gemacht. Das sind 15000 N bzw. 1500 kg. Da an beiden Haken nur ca. 75 kg (halbes Motorgewicht) hingen, also alles weit im grünen Bereich. Unter dem Motor hatte ich aber zu keiner Zeit des Anhebens irgendwelche Körperteile. Ich hatte zwar Vertrauen in die Konstruktion. Doch ein zerquetsches Bein ist nicht mehr heile zu kriegen. Ein Motor der zu Boden kracht, ist ärgerlich. Aber eben dann nur ein kaputter Motor und ersetzbar.



      20180504_191509.jpg

      Motorkran bis auf die Aufnahme vorne fertig aufgebaut. Die Herausfoderung war jetzt, ihn zu drehen, so dass die Füße unter dem Auto positioniert sind. Da aber der Wagenhaber den Motor auf einer Seite abstützen musste (Getriebe hat diesen Aufgabe zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr übernehmen können, da ausgebaut.), musste ein Bein zum Drehen nochmals entfernt werden. Motorkran hat zum Rangieren zwei weitere kleine Rollen. Deshalb konnte auch das Problem gelöst werden.



      20180504_194319.jpg

      Anschließend stand der Kran richtig, das Bein war wieder montiert.



      20180504_204832.jpg 20180504_205432.jpg

      Motorhaube noch "schnell" entfernt. Haken und Ketten befestigt, Motorgewicht ausbalanciert. Es geht nach oben...



      20180504_210457.jpg

      Es ging eng zu. Aber der Drehvorgang hat wunderbar geklappt. Ich war selbst bei diesem Arbeitsprozess überrascht, wie wenig Komplikationen es gab. Da ist das gute Stück. :thumbsup:



      20180504_210452.jpg

      Gähnende Leere im Motorraum :)



      20180504_222407.jpg 20180504_222411.jpg

      Da der Motorständer zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgebaut war, ich aber schraubtechnisch noch ein bisschen weiterkommen wollte, wurde der Motor Kurzerhand auf zwei Pads hängend am Kran zusätzlich abgestützt und die Kupplung samt Schwungrad vom Rest getrennt.



      Ich hoffe es hat Spaß gemacht mitzulesen.
      8)

      Auch der nächste Step folgt bald. Ich war die letzten Tage sehr motiviert und hatte etwas Zeit.
      :)

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      Hotzenplotz schrieb:

      Beim Karsten aufpassen. Sonst hast auf einmal einen F4R drin...


      Saugeil, dass er hilft!!!


      Der Denkanstoß klingt irgendwie.... wie soll ich sagen... ich werd das im Hinterkopf behalten. Wer weiß, was die Zukunft bringt...


      schreiberchen schrieb:

      selbes Problem mit den Haken - ich hab die alten Karabiner von meinem Gleitschirmgurtzeug genommen, die passten auch perfekt :D
      nice!


      Ich finde das ist manchmal wie mit den im Thread schon angesprochenen Dichtungen. Wenn man weiß, was man braucht, ist aus der Industrie oft viel günstiger. So auch, wenn man sich zu helfen weiß und die Dinge auf den ersten Blick zweckentfremdet - die Haken :thumbup:
      Die Übergabe:


      20180505_174624.jpg

      Als hätte es bis dato sein sollen. Der Kran passt quer in die Garage und der (inzwischen aufgebaute) Motorständer exakt dazwischen.



      20180505_191038.jpg

      In der einen Ecke der Garage kann ich ihn sogar drehen. Während kam einer der anderen Garagenanmieter vorbei und hat hereingesehen. Fast schon schade, ich den Blick nicht fotografieren konnte. :saint:



      20180505_195207.jpg 20180505_195417.jpg

      Nach Entfernen des Schwungrades und WD40-behandeln ließen sich auch die beiden langen getriebeseitigen Ölwannenschrauben (Leider kein Bild vorhanden) lösen und die Ölwanne ist weg.



      Was jetzt folgte, trieb vorerst die Stimmung am weitesten nach oben.



      20180505_202006.jpg

      Dem Billigchinamaterial sei dank hat sich den ersten Eindrücken nach nur der Dorn verbogen und der Motorblock ist unbeschadet geblieben. Zudem ist der Dorn nach oben gebogen und die Kurbelwelle kann entfernt werden. :thumbsup:



      20180505_195423.jpg 20180505_202937.jpg

      Wenn der Motorständer schon da ist, nutzen wir mal die Drehfunktion für einen Einblick in den unteren Teil :)

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      Guten Morgen,

      ich bin mir für die weiteren Schritte an einer Stelle aktuell noch unsicher, wie ich das löse.

      Um die Schmierung der Kolben zu gewährleisten, stehen im Motorblock bei jeden Zylinder solche "Ölhähne" von unten auf den Kolben gerichtet. Im Bild mit gelben Kreisen hervorgehoben.


      Ölhahn - Kolben.jpg

      Wie kann ich diese denn entfernen, um die Kolben samt Kurbelwelle nach unten herausnehmen zu können?

      Wäre euch für Tipps sehr dankbar!
      :)

      sebisgrube schrieb:

      Die Bodenkühler müssen meines Wissens nach leider ausgebohrt werden. :/


      Hui. Werden neue Bodenkühler dann eingeschlagen und arretieren sich durch Klemmen?


      Ich werde den Zylinderkopf auch abnehmen, da ich mir sicher bin, beim Drehen der Kurbelwelle an einem mit dem Kolben angestoßen zu sein. Nicht stark. Aber wenn der Motor nun schon mal draußen ist, will ich das überprüfen.
      Ist es möglich die Kolben nach oben auszubauen? Sprich Kolben soweit nach oben wie möglich, Seegerring der Kolbenbuchse entfernen, Buchse lösen, Kolben nach oben herausnehmen.


      EDIT:
      Die Idee die Kolben von oben auszubauen verwerfe ich selbst wieder. Ich hab mir eben bei Ebay nackte Motorblöcke angesehen. Soweit kommen die Kolben niemals nach oben raus.

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      ja, nach oben, vorsichtig, dann bleibt die Kolbenbodenkühlung ganz... die ölhähnchen werden normal beim ausbau zerstört, aber man muss sie nur ausbauen, wenn zB die Zylinder aufgebohrt werden sollen. Man kann sie auch warm machen und etwas biegen, theoretisch ist das aber gepfuscht. Wenn die später keinen Druck mehr halten, ist doof.
      Sollte man die ausgebohrt haben - die neuen werden einfach eingeschlagen (keine Haken dran).

      Kolbenspannband, ohne gehts nicht, wenn man kein Meister mit Blechdosen ist. Auf das Verdrehen der Kolbenringe achten!

      was meinst du mit 'Kolben kommen nach oben raus'? die sollten im OT bündig mit der ZKD fläche sein, die kommen nicht weiter raus.
      Theobrominstatus auf kritisches Niveau gefallen - umgehend Schokolade nachfüllen!
      Ich persönlich würde die Kurbelwelle, Kolben und Pleuel dort lassen wo sie sind. Der Dorn kann ja nun bequem mit einer Eisensäge abgesägt werden. Danach ist doch alles gut.

      Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Auto ja schon ein wirtschaftlicher Totalschaden und mit jeder weiteren Schraube die du löst wird es nicht besser.

      schreiberchen schrieb:

      was meinst du mit 'Kolben kommen nach oben raus'? die sollten im OT bündig mit der ZKD fläche sein, die kommen nicht weiter raus.


      Ich dachte anfangs, dass die Kolben so viel Hub haben, dass sie noch weiter nach oben als bis zur Fläche der Zylinderkopfdichtung gehen...



      schreiberchen schrieb:

      ja, nach oben, vorsichtig, dann bleibt die Kolbenbodenkühlung ganz... die ölhähnchen werden normal beim ausbau zerstört, aber man muss sie nur ausbauen, wenn zB die Zylinder aufgebohrt werden sollen. Man kann sie auch warm machen und etwas biegen, theoretisch ist das aber gepfuscht. Wenn die später keinen Druck mehr halten, ist doof.
      Sollte man die ausgebohrt haben - die neuen werden einfach eingeschlagen (keine Haken dran).

      Kolbenspannband, ohne gehts nicht, wenn man kein Meister mit Blechdosen ist. Auf das Verdrehen der Kolbenringe achten!


      Vielen Dank für die Tipps! Wenn die Kolben gewöhnlich nach oben herausgenommen werden, gibts auch für mich keinen Grund zu experimentieren.
      Kolbenringöffnungen sind jeweils im 120 Grad verdreht. So langsam erinnere ich mich auch wieder an Details meines KFZ-Ferienjobs. Als wir dort einen 964er Porsche Motor revidiert haben, hab ich mich beim ersten mal schön an den Kolbenringen beim Einsetzen in den Kolben geschnitten - weil so schön scharfkantig. Da wurden die Kolben auch nach oben rausgenommen...





      Riou schrieb:

      Ich persönlich würde die Kurbelwelle, Kolben und Pleuel dort lassen wo sie sind. Der Dorn kann ja nun bequem mit einer Eisensäge abgesägt werden. Danach ist doch alles gut.

      Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Auto ja schon ein wirtschaftlicher Totalschaden und mit jeder weiteren Schraube die du löst wird es nicht besser.


      Deine Ratschläge sind sicherlich helfende gemeint. Allerdings passt die Überlegung, ob wirtschaftlicher Totalschaden oder nicht in meinen Augen hier nicht. Ich habe großes Interesse die Technik zu verstehen und Spaß daran Reparaturen am Auto selbst durchzuführen. So auch den Zahnriemen. Bei erneutem Eingriff in den Zahnriemen war ich leider unachtsam und mir ist ein unschöner Fehler unterlaufen. Wenns ich mich jedes Mal in Garage quälen müsste, um Schrauberarbeiten durchzuführen, hätte ich den Zahnriemen wahrscheinlich einfach in der Werkstatt wechseln lassen...
      Darum geht es mir aber nicht. Jetzt ein Fehler passiert und ich bin dabei eine Lösungen zu finden. Diese Lösung soll keine pfuschige oder halbe sondern eine ordentliche Lösung sein. Da - wie weiter oben im Thread bereits geschildert - die Möglichkeit besteht beim Verdrehen der Kurbelwelle auch ein Ventil berührt zu haben, wird auch der Kopf abgenommen, um das zu prüfen. Bei so einem Vorlauf an Arbeit, werde ich den Motor nicht zusammenbauen, um nach dem ersten Start festzustellen, dass noch ein weiterer Mangel bestand und ich darf ihn wieder öffnen.

      Zudem: Man sieht den Dorn im aktuellen Zustand bei entfernter Ölwanne gut. Aber Platz um ihn abzusehen, ist so bei bestem Willen nicht. Deshalb ein zweiter Grund, den Kopf abzunehmen. Pleuel, Kolben und Kurbelwelle kommen raus. Du musst ja nicht handwerklich aktiv werden, Riou, sondern nur lesen. Und selbst bei Letzterem hast du noch die Entscheidungsfreiheit.
      :thumbup: