Motorschaden durch falsches Öl

  • Wie ging die Story weiter? Hast du Deine kosten von der freien Werkstatt ersetzt bekommen ?


    Ich habe aktuell genau das gleiche Problem. Eine freie Werkstatt hat ein nicht geeignetes Billigöl (10W40 anstatt 5W30 longlife) verwendet und 26 000 Km später war der Motor kaputt (Verschleißschaden) und es musste ein Tauschmotor eingebaut werden.. Es war aber nicht möglich die freie Werkstatt haftbar zu machen. Das Gericht war der Meinung, dass der Zusammenhang zwischen dem falschen Öl und dem Motorschaden nicht bewiesen ist.

  • ja, die Berufung läuft. Daher interessiert mich auch wie der Fall hier ausging.


    Es ist wirklich kaum vorstellbar. Wir hatten bewiesen, dass es sich bei der freien Werkstatt um keine Kfz-meisterwerkstatt (sondern Reifenhändler) gehandelt hat, dass dieser eine gelängte Steuerkette nicht gewechselt hat, Verkokungen im Motor lediglich provisorisch (so die eigne Darstellung) entfernt und (aus kostengründigen) einen Ölwechsel mit einem billigen 10W40 durchgeführt hatte.


    26 000 km später wurde ein Motorschaden wegen Verschleiß festgestellt (Kolbenspiel 0,12 -0,18 mm), Das Gereicht sieht hier jedoch keinerlei Zusammenhang.


    Der Sachverständige hatte den Motor nicht vermessen und, da er den verschleiß optisch nicht erkennen konnte, behauptet, dass an den Motorteilen keinerlei Schäden vorhanden sind und der Motorschaden daher durch einen erhöhten Ölverbrauch verusacht wurde :)

  • Bei welchem km-stand? Das Problem bei dem Motor ist der hohe Kraftstoffeintrag in´s Öl. Wenn das nicht speziell additiviert ist, dann leiden die Schmiereigenschaften aufgrund der starken Ölverdünnung enorm. Alle 15.000km das Öl wechseln....


    Wenn Du Zeit und Muse hast: https://www.dustercommunity.de…frage-eine-freundes-aus-/

  • Es war ein Peugeot 207 120 VTI. Bei Kilometerstand 103 000 wurde festgestellt, dass die Steuerkette gelängt war. des weiteren wurde die Kompression mit 13 bar gemessen und due HU bestanden. bei Kilometerstand ca. 129 000 war der Motor kaputt.


    Bei Kilometerstand 103 000 wurde die Steuerkette nicht wechselt und daher mit einer Fehlsteuerung weitergefahren. Und es wurde ein Ölwechsel mit einem 10W40 durchgeführt. Dieses Öl wurde in der Folge nicht gewechselt, da wir von einem longlife-Öl mit einem Wechselintervall von 30 000 km ausgegangen waren.

  • achso, es geht gar nicht um nen TCE120, nur sozusagen um einen sachlich ähnlichen Fall.


    Ist das 10W40 denn überhaupt für den Peugeot Motor freigegeben?


    Du schreibst, Motorschaden aufgrund Verschleiß und gibst das Kolbenspiel an, daraus schließe ich, dass die Steuerkette zwar gelängt war, aber nicht übersprungen ist? Fehlsteuerung bzw. verschobene Steuerzeiten sind unschön, aber ja nicht pauschal ein Motorschaden.


    Und welcher Sachverständige ist sachverständig und vermisst den Motor nicht, wenn es um offensichtlich rechtliche und damit vor Gericht zu beweisende Dinge geht? Wer hat den Sachverständigen bestellt? Optisch lässt sich Verschleiß nicht immer pauschal erkennen, das geht bei nem klassichen Fresser oder so, ja, aber wenn durch verschlechterte Schmierung einfach nur gleichmäßig mehr Material abgetragen wurde, ist das nicht sooo leicht zu erkennen.


    Kompression von 13 bar bei 103tsd klingt aber noch recht gesund, wer hat die gemessen?

  • @ Der_Roman; würde da garnichts erfragen oder dazu sagen; 1tens kein Renault weil anderer Motor, 2ten neuer User "kann sonstwer sein"(warum meldet sich ein PUG-Problemkunde in einem Clioforum an?);3. klingt alles naja sagen wir mal...etwas seltsam.

    Justmy2cents

  • richtig!


    - es geht um einen Peugeot


    - ob die Steuerkette bereits übergesprungen war, steht nicht fest. Sie war aber auf jeden Fall nicht gerissen


    - Die Kompression von 13bar wurde von derjenigen Werkstatt gemessen (und auf der Rechnung bestätigt !), bevor diese das falsche Öl eingefüllt und die Fehlsteuerung nicht beseitigt hatte. Bei dem gleichen Termin wurde auch die HU durchgeführt. Somit war der Kat in Ordnung.


    - es handelt sich um einen von der IHK bestellten Sachverständigen, der durch das Gericht beauftragt wurde. Der Sachverständige geht bei dem Gereicht ein und aus und genießt ein extrem hohes Ansehen. Meiner Meinung nach handelt es jedoch um einen Scharlatan und Hochstapler oder Gefälligkeitsgutachter. Der Sachvesrtändige wird von der IHK auf Biegen und Brechen gedeckt. Das Ganze hat ein Geschmäckle. meiner Meinung nach hat sich der Sachverständige eindeutig strafbar gemacht und ihm gehört zu Berufung entzogen. Das interessiert aber niemanden.


    - Der Sachverständige hat unter anderem vor Gericht und schriftlich behauptet, er habe die erforderlichen Untersuchungen durchgeführt und habe dabei festgestellt, dass der Motor allenfalls einen laufzeitüblichen Verschleiß aufweisen würde.


    - das angebliche Gutachten, welches er vorgelegt hat, hat auch ansonsten mit einem Gutachten überhaupt nichts zu tun. da steht noch nicht einmal, ob er einen Diesel oder Verbrennungsmotor untersucht haben will. er hat 80 Zeilen wirres Zeius geschrieben und dafür über 1700 Euro angerechnet.


    Unter anderem behauptet er, dass der Motorschaden durch einen erhöhten Ölverbrauch verursacht wurde, da er an den Bauteilen keine Beschädigungen erkennen könnte.


    Wir haben ein Gegengutachten eines Motorensachverständigen (mit IHK Bestellung) vorgelegt, aus dem hervorgeht, dass ohne Vermessung keinerlei Aussage getroffen werden kann. Dies hat das gereicht aber nicht interessiert. Die falschen Aussagen wurden dennoch herangezogen


    -

  • noch zur Ergänzung: Das 10W40 ist von Peugeot nicht freigegeben, sondern gemäß Handbuch für das Fahrzeug explizit verboten.

  • @Peer    


    Das Problem spreche ich hier an, da die juristische Problematik identisch ist. Mich würde interessieren wie der Fall ausgegangen ist. Um welche Marke es sich handelt, ist dabei ohne Bedeutung

  • ...bin kein Jurist, aber kann mir einfach nicht vorstellen, dass das so ein Hexenwerk ist, das juristisch durch zu bekommen, wenn ein explizit falsches Öl in einen zum damaligen Zeitpunkt offensichtlich nicht ungesunden Motor gefüllt wurde und nach verhältnismäßig wenig km dann ein Motorschaden auftritt.


    Was ich noch nicht ganz verstanden hab: Wieso war der Peugeot bei besagter Werkstatt?

  • Doch es ist ein Hexenwerk! Das verfahren läuft inzwischen 3.5 Jahre und füllt mehrere Aktenordner. Ich bin inzwischen der Überzeugung, dass unser Rechtssystem kein bisschen besser ist. als in einer Bananenrepublik. Es wird nur besser verschleiert und die Strukturen und Abläufe weniger hinterfragt.


    Zu den Fragen:


    1. Anstatt zu die Tätigkeit der Werkstatt zu hinterfragen und den gesunden Menschenverstand eizuschalten, hat das Gericht einen IHK-Sachverständigen beauftragt. Dieser hat dann behauptet er habe den Motor untersucht (In Wirklichkeit hat er in ca. 10 Minuten die Komponenten abfotografiert) . Die eigentlich erforderliche Vermessung der Kolben und Zylinder hat er nicht durchgeführt und behauptet ins Blaue hinein, dass bei dem Motor überhaupt kein Schaden vorliegt, sondern allenfalls ein laufzeitbedingt üblicher Verschleiß. Das Gericht folgt dem Sachverständigen blind. Obwohl auch die Werkstatt sagt, dass ein Motorschaden vorliegt! Sie lehnt lediglich die Verantwortung dafür ab. Die IHK möchte sich mit dem Gutachten ihres Sachverständigen auch nicht beschäftigen. Sie ist der Auffassung, dass es sich um einen besonders qualifizierten und erfahrenen Sachverständigen handelt und daher an seiner Arbeit keinerlei Zweifel angebracht sind.


    Selbst die schriftliche Darlegung eines weiteren, auf Verbrennungsmotoren spezialisierten. IHK-Sachverständigen, dass die für die Befundung erforderliche Untersuchung gar nicht erfolgt ist, hat daran nichts geändert.


    2. Der Peugeot war ursprünglich bei der besagten Werkstatt, da die Motorkontrolllampe aufgeleuchtet und der Motor in das Notprogramm geschaltet hat. Das Protokoll des Motorsteuergeräts hat dann auf eine gelängte Steuerkette hingewiesen. Dies ist bei dem Fahrzeug ein bekanntes Problem, da ein Kettenspanner mit einer zu geringen Vorspannung verbaut wurde. Der Motor wurde auch im BMW 116i und im Mini verbaut. auch dort ist das Problem bekannt. Die Werkstatt hat jedoch die Steuerkette und den Spanner nicht gewechselt, sondern stattdessen den Nockenwellenstellmotor, den Nockenwellensensor und zwei Zündspulen gewechselt. Außerdem wurde ein Ölwechsel mit einem 10W40 Billigöl durchgeführt. In der Folge wurde über ca. 26 000 Kilometer mit einer Fehlsteuerung und dem falschen Öl gefahren.

  • @Der_Roman


    noch zu dem juristischen Problem:


    Es reicht nicht aus, wenn man beweisen kann, dass die Werkstatt ein falsches Öl verwendet hat und auch nicht wenn man beweisen kann, dass ein falsches Öl den Motors schädigt und zu einem Motorschaden führen kann.


    Man muss beweisen, dass die Verwendung des falschen Öls im konkreten Fall ursächlich für den 26 000 Kilometer später eingetretenen Motorschaden war. Und dies ist sehr schwer bis fast unmöglich. Das Gericht hat in der Urteilsbegründung argumentiert, dass während 26 000 Kilometern alles mögliche passiert sein kann und der Motorschaden auch andere Unrsachen haben könnte.

  • Es ist aber leider tatsächlich so, das jeder Mist in der Zeit zum Schäden geführt haben könnte..


    Da reicht's halt wenn du einmal Pech hast, ne Lagerschale im Hauptlager n Minispan zieht, es dir in nem Ölkanal quer hängt oder mitgespült wird.. Das kann am Öl liegen, Dreck der in der Wanne war, kein ausreichender Ölfilm auf nem Lager, Vollgas bevor die KW sauber geschmiert ist...


    Kolbenspiel von über 0,1mm im Durchmesser bekommst du definitiv nicht von heute auf morgen, auch nicht allein durch schlechtes Öl.

    Zumal die Aussage Kolbenspiel - hat der Kolben jetzt das angegebene Maß zu wenig im Durchmesser oder sind die Kolbenringe einfach nur durch?

  • Nein die Kolbenringe sind nicht durch. Auch die sonstigen Bauteile haben keinerlei Schäden. Es liegt lediglich eine übermäßige Abnutzung vor. Diese ist nachweisbar über eine Strecke von 26 000 Kilometern entstanden (da die Kompression zuvor 13 bar betragen hat).


    Der Verschleiß wurde nicht nur durch das falsche (und verbrauchte) Öl verursacht. Zusätzlich wurde über 26 000 Km mit einer massiven Fehlsteuerung des Motors (gelängte Steuerkette) und nicht fachmännisch entfernten Verkokungen gefahren. Dies hat nach Einschätzung verschiedener KFZ-Meister und KFZ-Sachverständigen im Zusammenspiel zu einem massiven Verschleiß des Motors geführt.

  • Also nix für Ungut, aber jetzt wird etwas viel durcheinander geschmissen...


    13 bar Kompression bedeuten nicht, dass das Kolbenspiel da nicht schon erhöht gewesen ist. Wie hoch ist bei dem Motor überhaupt das normale Kolbenspiel und wo wurde das Spiel gemessen?

    Und auch Kompression messen und Kompression messen können zwei paar Stiefel sein. Möchte ich nen Motor mal nochmal etwas "gesünder" machen, nehm ich etwas dickeres Öl, rein in den Brennraum und hurra, schon hab ich wieder paar bar mehr Kompression.


    Hier steht immer was von Verschleiß, aber was ist denn nun der tatsächliche Verschleiß, wenn die Kolbenringe nicht durch sind?

    Nix für Ungut, ich komme immer noch nicht ganz mit... Für mich liest sich das immer mehr nach einer eben doch nicht vergleichbaren Ausgangssituation wie in dem Fall des Threads, auf den Du hier ursprünglich geantwortet hattest.

    Damals meine ich hatte der User eine Reparatur oder einen Tauschmotor bekommen, allerdings bin ich mir nicht mehr sicher, wer da tatsächlich dann die Kosten übernommen hatte, ich meine eigentlich, da hatte sich auch die Werkstatt damals mit beteiligt gehabt. Das kannst Du so wie ich das sehe eher ausschließen.


    Eine Fehlsteuerung des Motors führt in dem Rahmen in dem die möglich ist, ohne durch Kontakt mechanische Schäden zu verursachen, nicht zu einem deutlich erhöhten Verschleiß, sondern "nur" zu schlechtem Motorlauf und -kraftentfaltung usw.

    Nicht fachmännisch entfernte Verkokungen können dagegen Probleme verursachen, aber die haben wiederum nix mit dem Kolbenspiel zu tun. Wenn sich Verkokungen am Ventil festsetzen kann es passieren, dass das Ventil wegschmilzt und dann hast Du keine Kompression mehr auf dem Zylinder. Aber mit Kolbenspiel hat das nix zu tun.


    Sei mir nicht böse MKK, aber Du servierst die Infos in Salamitaktik und je mehr ich lese, desto mehr bin ich verwirrt und auch immer mehr der Meinung, dass die Fälle nicht vergleichbar sind und waren.

  • Der Motor hat jetzt 129'000 km? Wie alt ist der Bock? Keiner hier weiss, wie Du mit dem Fahrzeug umgehst. Niemand weiss, wie viele Besitzer der Wagen schon hatte. Wie sind die in der Vergangenheit mit dem Fahrzeug umgegangen? Fragen, über Fragen.....


    In D ist es doch i.d.R. so, dass ein Kunde einen Auftrag unterschreiben muss, worin steht, welche Arbeiten ausgeführt werden. Hätte man dieses gelesen, oder zumindest die Rechnung genau studiert, hätte man viel früher einen Fehler feststellen können. Dann hätte man schon viel früher die Werkstatt auf den Missstand hinweisen können.


    In diesem Zusammenhang liest sich alles wie: Hätte, hätte, Fahrradkette…..


    Sich selbst zuerst an der Nase packen und sich selber fragen, warum man selber nicht schon früher etwas unternommen hat.

  • qpauline_8


    Es hat nicht irendjemand behauptet, dass man mit dem Öl 30 000 Kilometer fahren kann, sondern das steht genau so im Handbuch für das Fahrzeug.


    @Mike-16V


    Diese Art der Argumentation ist nicht zielführend, da du die Hintergrunde nicht kennst. Dass etwas normalerweise oder häufig in einer bestimmten Weise gemacht wird, sagt nichts darüber aus, wie im konkreten Fall erfolgt ist.


    Noch ein juristischer Hinweis: Ein Kunde muss weder die Arbeiten einer Werkstatt noch die Rechnungen überprüfen. Er kann sich darauf verlassen, dass die Werkstatt die Arbeiten fachgerecht gemäß den anerkannten Regeln der Technik und den Herstellvorgaben durchführt. Ist dies nicht der Fall, dann ist die Arbeit mangelhaft. So jedenfalls die gängige Rechtsprechung-


    Wenn Du tatsächlich KFZ-Meister sein solltest, dann empfehle hier dringend dir die juristischen Hintergrundinfos zu besorgen. Als KFZ-Meister haftest du nämlich u.U. persönlich.

  • Fahren KÖNNEN und SOLLEN sind aber ganz unterschiedliche Dinger.


    Fahren kannste das Öl ewig. Auch 200k, ist halt kacke.

    Sollen ist Werksangabe. Da steh aber auch sehr sehr oft dabei, das unter bestimmten Voraussetzungen der Intervall halbiert werden MUSS. Heißt zb überwiegend Stadtverkehr, Autobahn mit viel Last/höher Geschwindigkeit und und und.


    Wenn du natürlich in diesen "erschwerten" Bedingungen fährst, hast du knallhart jeden zweiten Service ausgelassen.


    Da wir aber null Ahnung haben, wie die Fahrer des jeweiligen Fahrzeuges damit umgehen, ist die Aussage: Öl schuld! halt einfach nur ne Aussage die keinerlei Halt hat und einfach willkürlich in den Raum gestellt wurde.


    "Meisterhaftung" gibt es mWn nicht direkt, das kommt auch auf die Rechtsform an.. In der Regel haftet die Gesellschaft, was im Zweifelsfall eben der ausführende Meister ist - wenn er als GF eingesetzt ist.


    Wenn ich in einer Anlage einen Fehlzustand hinterlasse an dem jemand Schaden nimmt, ist auch die Gesellschaft in der Haftung, nicht ich.