Beurteilung möglicher Motorschaden und Instandsetzung

  • Hallo liebe Cliowelt,


    Ich habe ein großes Problem mit meinem Clio.


    Wie alles anfing:


    Ich war unterwegs nach Frankfurt, da fiel mir während der Fahrt ein einziger kleiner Ruckler auf.


    Auf meiner täglichen Pendlerstrecke von etwa 80 KM Autobahn hatte ich dann nach einer kurzen Zeit (mögen es 1-2 Wochen gewesen sein) plötzlich Zündaussetzer. Zündaussetzer heißt in dem Fall, dass mein Steuergerät einfach keinen Zündfunken mehr freigegeben hat und ich bei voller Fahrt einfach keine Zündung mehr hatte. Anfangs war der Fehler nach mehrsekündigem Rollenlassen wieder verschwunden und ich konnte meine Fahrt fortsetzen. In der darauffolgenden Woche jedoch musste ich schon auf dem Seitenstreifen nothalten. Der Motor ließ sich nicht mehr starten, drehte aber frei, nur zünden wollte er nicht. Nach etwa 5 Minuten Bedenkzeit ließ sich der Motor wieder starten und ich konnte auch hier meine Fahrt fortsetzen.


    Leider ging er mir dann beim Versuch eine Ampelkreuzung zu überfahren aus und ich konnte gerade noch so die Rettungsleine ziehen und vor der Ampel (und nicht auf der Kreuzung) zum Stehen kommen. Starten? Fehlanzeige. Auch nach einer Stunde wollte er nicht. Der ADAC schleppte mich also ab und wir versuchten das Problem auf einem nicht weit entfernten Parkplatz auszumachen.


    Nach mehreren Vermutungen blieb die Diagnose dann beim OT-Geber oder einem sich aufhängendem Steuergerät, denn nach dem Ziehen der Sicherung des STG lief der Motor wieder. Freude war groß, doch nach 2 Minuten im Stand ging er erneut aus.


    Also nach Hause schleppen lassen, OT-Geber bestellt und meine Zündspüle auf Verdacht gegen die alte, nur provisorisch ersetzte, ausgetauscht. Der Wagen lief wieder, das Problem ließ sich aber nicht auf den OT-Geber zurückführen, da ein Wechsel gegen den alten den Motor trotzdem starten ließ.


    TL:DR:


    Als ich meinen Ölpeilstab einfach mal begutachten wollte, sind mir meine Augen fast aus dem Kopf gefallen. Der Peilstab war trocken. Staubtrocken. Schön dass mein Boardcomputer mir den Ölstand mit 4 von 6 möglichen Balken anzeigt...


    Da mein Motor schon länger Ölverbrennt und seit kurzer Zeit auch vermehrt Kühlwasser, habe ich natürlich schon länger an die Zylinderkopfdichtung gedacht.
    Mein Plan ist jetzt den Motor mit seinen Dichtungen komplett zu überholen.


    Die Frage an euch ist nun: Macht das Sinn? Oder wird der Motor durch die Trockenfahrt und die vermutlich dadurch thermisch bedingten Zündaussetzer komplett verzogen sein und schlimmeres?


    Der Zahnriemen ist dieses Jahr fällig, den Motor wollte ich eh rausnehmen und überholen was die Dichtungen angeht. Da wusste ich aber noch nicht, dass mein Auto ohne Öl fährt. Allerdings sind mir keine Geräusche aufgefallen, die auf einen Kolbenfresser hindeuten könnten. Auch der Durchzug war bis zum Komplettausfall top.


    Liebe Grüße,

    Ironic



    P.S.: Öl ist bis Minimum nachgefüllt, der Motor startet. Leistung lag heute beim Fahren keine an, der Wagen wollte eigentlich am Liebsten direkt ausgehen. Aber das kann auch daran liegen, dass der Wagen jetzt über eine Woche stand.

  • Ironic

    Hat das Label [Clio B] hinzugefügt
  • Servus =)


    Also eine meiner Meinung nach, wenn du den Motor eh überholen willst solltest du das Komplett machen.. Also: Planen, ggf. Hohnen usw. Nur ein paar Dichtungen wechseln allein macht ein Motor nicht wieder Frisch .. Du weisst das sowas ziemlich ins Geld geht wenn du das nicht selber machen kannst .. Also Planen und Hohnen kostet bei meinem Motorenbauer des Vertrauens ca 200€ in Berlin ( 60€ für´s Planen und zwischen 100€ & 150€ jeh nach Zustand)


    Du kannst glück haben das durch die "Trockenfahrt" sich nichts verzogen hat oder ähnlich .. aber eigene Erfahrung sagt mir das die Thermische belastung einiges an " Aua " in so einem Motor anrichtet.

    Ventile, Nockenwelle eingelaufen.. Lagerschalen können riefen bekommen .. ohman die Liste kann durchaus sehr langwerden ..


    Viele werden sicherlich dazu Raten dir einen gebrauchten Motor zuholen, da sage ich aber immer .. Weisst du genau was der hat .. ?!

    Ich Persöhnlich würde das Geld einmal in die Handnehmen und den Motor einmal Richtig frisch machen ..


    Hast du denn das MSTG als mögliche Fehlerquelle richtig ausschließen können ? Oder hat sich der Fehler nun doch irgendwie von selbst gelöst nach dem wechsel des OT gebers bzw. der Zündspule ?


    Und das der Motor nach ner Woche " Keine Leistung " hat halte ich für sehr fraglich da mein Knirps auch öfter mal ne Woche rum steht sogar mal länger wenn ich Bock auf meine Ninja hab :D

    Möglicherweise schaltet das STG dann auf Notprogramm da es merkt das irgendwas nicht stimmt ..


    Aber ehrlich gesagt wir können dir nur Tipps geben ob du sie beherzigst oder nicht, das ist deine Persöhnliche entscheidung .. Mir war es zb. auch egal als viele hörten das ich mein 1.2er auf Turbo umbaue und meinten .. Die Kosten fressen dich auf .. Wir sollten alle Wissen das was wir da tun Kostet immer Geld und kann noch mehr Kosten wenns Laienhaft gemacht wird ..


    In diesem Sinne, lass es dir durch den Kopf gehen was du wirklich willst.. Meistens denken wir Männer ja mit dem Herzen bei unseren Autos ... nicht mit dem Verstand .. :p


    Grüße Patrick

    Clio Clique Berlin


    __Mobi__

    1.2 16v

    2007er

    96ps.. Time for more ...

  • Danke euch erstmal für die Antworten.


    Es handelt sich um einen D4F 712. Aber günstig habe ich den noch nicht gesehen. Auf eBay gehen die für locker 600€ weg, dafür bekomme ich heute schon fast einen ganzen Clio.


    Peng_45 Der Fehler hat sich selbst gelöst, nachdem ich Zündspule und OT-Geber einmal getauscht hatte. Aber auch bei Rücktausch läuft er. Außerdem habe ich die Masseverbindung vom Minuspol zum Block komplett gesäubert und geschliffen. Aber wenn ich den Motor jetzt starte, leuchtet die Motorkontrolllampe. Ich lese ihn nachher mal aus und stell das Ergebnis hier ein.



    Was den Austauschmotor angeht. Wie Peng_45 schon schreibt, ich weiß nie ob der nicht auch irgendwas hat. Irgendwas muss mit meinem altem Motor passieren, sei es Verschrottung, Instandsetzung oder die Zerlegung wenn ich einen neuen Motor habe.


    Und wenn ich mir das grob durchrechne, wäre eine Instandsetzung selbst mit Honen und Planen unter 600€. Außer natürlich Nockenwelle etc. sind auch futsch.


    Aber gut, Peer sagt ja auch der Block könnte fritte sein.


    Wenn jemand weiß wo ich zu einem akzeptablen Preis einen Austauschmotor herbekomme, dann gerne bei mir melden.

  • 600 hab ich alleine für das Instandsetzen meines Kopfes gezahlt. Was heist in Stand setzen?


    Dafür wurden alle Ventilsitze neu geschnitten und die Ventielführungen ersetzt. Dazu kamen neue Dichtungen die ich beigestellt habe. Und überhaupt war da noch kein Dichtsatz dabei. Ein halbes hundertstel abgezogen wurde der Kopf, federn geprüft, ventile geprüft und alles gereinigt.


    Dann musst du den Block zum Hohnen bringen. Übermaß Kolben, Kolbenringe neu, Alle Lager neu, vielleicht die KW schleifen. Dann brauchst auch andere Lager im Übermaß. Keinen falles die alten.


    Sorry aber dein Ansatz für 600€ einen Motor zu überholen ist idiologisch. 2000-2500€ wenn man es richtig machen will. Alleine der Kopf wird richtig üppig. Und wenn der schon Öl genommen hat würd ich da auch nicht lange überlegen.


    Einen Tauschmotor einbauen ist alle mal sinvoller wenns den so preiswert gibt. Den Schaut man sich an, dreht mal durch und kauft eben die Katze im Sack. Was soll da auch groß sein.


    Warum auch so nen aufriss für nen D4F.

  • ICH würde mir einen Ersatzmotor (wenn man am AUTO hängt) aus einem Auto raus holen. Sprich: Auto kaufen wo der Motor drin ist , den man haben will. Ein paar Tage damit fahren (Motor testen sozusagen) und dann Umbauen.

    Den Rest vom Schlachter was man "immer mal" gebrauchen kann abbauen und den Rest ab zum Schrotti. Gebrauchen kann man ja vieles^^ Wischergestänge;Stopfen; eFH; Türdichtungen und und und... ^^.

  • Wahrscheinlich werde ich es auch so machen, dass ich mir einen Clio besorge, und den Motor anschließend ausbaue.

    Danke für die zahlreichen Hinweise von euch.


    Gestern hab ich das Auto nachmal gestartet und ausgelesen. Nachdem er an ist, geht die Drehzahl innerhalb der nächsten 20 Sekunden immer weiter runter, bis er so stark stottert dass er ausgeht. Früh eingreifen und Gas geben lässt den Motor hochdrehen, sodass er anbleibt. Ein paar mal so gemacht, dann blieb die Drehzahl stabil. Straße einmal hoch und runter gefahren: Zieht gut, aber zieht nicht über 3000 (in etwa) Umdrehungen. Im Anbetracht der leuchtenden Motorkontrollleuchte denke ich mal, dass er im Notlauf ist.


    Auslesen ergab "Circuit sonde a oxygene amont". Steht glaube ich für die Lambdasonde. Und außerdem noch "Asservissement boitier papillon", müsste die Drosselklappe sein. Leider sind alle CLiP-Fehlercodes auf französisch.


    Hinten qualmt er ordentlich raus. Weißlich.

  • Hört sich für mich von den Symptomen und den Fehlern her eigentlich eher nach verdreckter Drosselklappe an.

    Kannst mal die Ansaugung abmachen und schauen, ob die Drosselklappe verölt ist

    Beim D7F ist hinter der Drosselklappe noch ein Ansauglufttemperatursensor (schönes Wort). Wenn der verölt oder defekt ist, bekommst du den gleichen Effekt. Keine Ahnung ob der beim D4F auch da ist. Zieht dann Öl in den Brennraum und verrußt noch die Lambdasonde.


    Weißer Qualm deutet normal auf Kopfdichtung, wie du schon vermutet hattest. Kann alles eine Folge davon sein.

    Verbraucht er denn auch Wasser, oder ist Öl im Wasser?

    Wie sieht das Öl aus, das noch drin ist?

  • Das mit den Kosten vom Kopf kann ich so nur Unterschreiben.

    Bei der Kopfdichtung am Twingo C06 hat die Überarbeitung des Kopfes 500€ gekostet.


    Den kompletten Motor schätze ich ebenso auf ca 2500€ Überarbeitungskosten. Und dann Bauste alles zusammen, es geht was schief

    und das Ding is Fritte.


    Zumal man ja auch nicht weiß was in 5 Jahren ist in Sachen Abgasnorm.

    Ich zähle da ab nächstem Jahr auf meine beiden, die dann die H Zulassung haben. Ansonsten kommt da was auf uns zu mit den alten Verbrennungsmotoren.

  • Die Drosselklappe muss sauber sein. Die hatte ich schon so oft runter, und nie war auch nur irgendwas dran.


    Wasser verbraucht er, definitiv. Gerade in letzter Zeit ist mir das aufgefallen. Öl sollte keins im Wasser sein. Nur die übliche, in der Nase stechende rostbraune Plörre.


    Der Ölstutzen weißt diese typischen weißen Öl-Wasser Emulsionen auf. Das heißt es ist definitiv Wasser im Ölkreislauf. Eventuell ein Haarriss, der Wasser aus dem Wasserkreislauf in den Block drückt?



    Ansonsten meinte ich mit Block überholen nur neue Dichtungen, Zahnriemen, WaPu, Ventile einstellen und solche Dinge. Da hatte ich keinen Motorenbauer eingerechnet. Vor allem keine neuen Kolben etc. Das lohnt sich für mich dann wirklich nicht.


    Für die Drosselklappe muss ich meine Ansaugbrücke nicht abnehmen. Die sitzt direkt am Luffi-Kasten. E-Gas.

  • Für die Drosselklappe muss ich meine Ansaugbrücke nicht abnehmen. Die sitzt direkt am Luffi-Kasten. E-Gas.

    Hast du keinen 712er? Da ist die immer drin, in der Brücke.

    Schlabber haben alle an den Öldeckeln. Der Motor wird halt nicht überall richtig heiß im Winter.

    Kolbenringe würd ich definitiv bei ü150k km neu machen, Lagergasse ist dann eh mit fällig. Ölpumpe wär hier auch noch nennenswert.
    Dichtungssatz Motor oben + Motor unten sind gleich mal 300-400€ Material, wenns mit Ventilschaftdichtungen und allen Simmerringen ist.
    Ventile kosten nicht die Welt, einschleifen ist ne scheiß Arbeit. Wenn dann noch ne Führung luft hat...

    Hab für n 16V mit neuen Hydros 1500€ liegen lassen.


    Wenn du den Motor richten willst, dann mach es bitte richtig, auch wenns 3-4€ mehr kostet. Wenn du am falschen Ende 3€ sparst, kanns dir den kompletten Block unnötigerweise zerlegen.


    Vielleicht hast du auch n Riss im Kopf oder im Block und kannst gar nichts mehr retten, ohne die großen Scheine in die Hand zu nehmen...

    Ohne n Motorenbauer: AT-Block. Das frisst dich sonst schon zeitlich auf.